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ESV Gebensbach

16.10.2026, 20:00:00 Uhr — Auswärtsspiel

Spielort

Dr.Rudolf Stadion
Am Volksfestplatz 2, 84428 Dorfen

Ergebnis

2:3

Erstes Spiel, erste Minute, erstes Tor

55 Sekunden. Länger dauert es nicht, bis das erste Tor der Vereinsgeschichte fällt und die Eisbach Warriors in der Bezirksliga angekommen sind. Am Ende unterliegen wir dem ESV Gebensbach in unserem ersten Pflichtspiel knapp mit 2:3. Gefeiert wird trotzdem, und zwar so, als hätten wir gewonnen.

Freitagabend, 16. Oktober 2026, Eishalle Dorfen. Die Luft ist kalt, das Licht grell, und auf der Tribüne sitzt die ganze Warriors-Familie: Rund 80 Fans sind mit nach Dorfen gekommen, Eltern, Freunde, Mitglieder. Jemand hat eine Trommel dabei. Noch bevor der Puck zum ersten Mal fällt, hallen die ersten Gesänge durch die Halle. Unten auf dem Eis steht eine Mannschaft, die es vor wenigen Monaten noch gar nicht gab, im ersten Pflichtspiel ihrer Geschichte.

Der Moment, auf den alle gewartet haben
Um 20:01 Uhr ertönt der Pfiff zum Bully, und lange warten müssen die Fans nicht. Moritz Eichmeier und Maximilian Stock kombinieren sich nach vorne, der Puck landet bei Luis Gerlach, und Luis trifft. 1:0. Nach 55 Sekunden. Für einen Moment ist es fast still auf der Tribüne. Die Köpfe gehen hin und her, Blicke treffen sich. War der drin? Wirklich? Erst als Luis die Arme in die Höhe reißt, löst sich alles auf einmal. Der Jubel bricht los, die Trommel donnert, die Halle bebt. Gänsehaut, bei den Spielern auf dem Eis genauso wie bei den Eltern auf den Rängen. Das erste Tor der Eisbach Warriors. Ein Moment, den keiner von uns vergessen wird. Und Luis? Der ist ab heute Legende.

Ein erstes Drittel wie ein Fiebertraum
Das frühe Tor gibt uns Flügel. Wir sind schneller, laufen mehr, kombinieren sicherer, und erspielen uns Chance um Chance. Nach jeder einzelnen wird die Trommel lauter, setzen die Chöre neu ein. Auch eine hitzige Szene Mitte des Drittels, nach der ein Gebensbacher vorzeitig unter die Dusche muss, bringt uns nicht aus dem Konzept. Nur der zweite Treffer will einfach nicht fallen. Selbst ein Fan der Gastgeber dreht sich irgendwann zu uns um und sagt anerkennend: „Ihr seid läuferisch und spielerisch überlegen. Es könnte 3:0 stehen.“ Es steht aber nur 1:0, als die Sirene zur ersten Pause ertönt.

Gebensbach kommt zurück
Im zweiten Drittel zeigt sich, dass Gebensbach die Pause genutzt hat. Die Gastgeber sortieren sich, stehen in der Abwehr deutlich kompakter und werden vorne gefährlicher. Unsere Angriffe verlieren an Wucht, und auch auf der Tribüne wird es ein wenig ruhiger. In der 24. Minute nutzt Gebensbach eine Überzahl zum 1:1.

Aber wir haben eine Antwort, ebenfalls im Powerplay: Luka Jovovic legt auf, Jakob Resch zieht ab, 2:1 nach 29:53 Minuten. Die Trommel ist wieder da, die Gesänge auch. Doch die Freude währt nur gut drei Minuten, dann gleicht Gebensbach erneut aus. 2:2 nach 40 Minuten. Alles ist wieder offen.

Dass es in dieser Phase nicht schlimmer wird, verdanken wir vor allem Johanna Porombovics, die die vollen 60 Minuten zwischen den Pfosten steht. Unsere Torhüterin agiert von der ersten bis zur letzten Sekunde souverän, liest die Schüsse früh und strahlt eine Ruhe aus, die sich auf die ganze Mannschaft überträgt. Bei keinem der drei Gegentore ist ihr ein Vorwurf zu machen.

Entscheidung im Schlussdrittel
Im letzten Drittel drücken wir. Eine Torchance jagt die nächste, Gebensbach zieht sich zurück und verteidigt, was das Zeug hält. Die Spannung in der Halle ist greifbar. Und dann greift eine der ältesten Regeln des Sports: Wer seine Tore nicht macht, bekommt sie. In der 54. Minute landet ein verunglückter Befreiungsschlag bei den Gastgebern, und Gebensbach trifft zum 3:2.

Ein Schock, aber nur kurz. Wir schütteln uns, spielen weiter, kombinieren flüssig, als gäbe es die fehlenden Trainingszeiten gar nicht. Wir rennen an, wieder und wieder. Doch das verdammte Ding will einfach nicht ins Netz. Kurz vor Schluss nimmt Trainer Bastian Gerlach noch einmal die Auszeit, schwört die Mannschaft ein letztes Mal ein. Es reicht nicht mehr. Die Schlusssirene.

Gefeiert wie die Sieger
Was dann passiert, ist eigentlich der schönste Moment des Abends. Die Mannschaft fährt geschlossen zur Tribüne, und die Fans empfangen sie, als hätten wir gerade die Meisterschaft gewonnen. Applaus, Gesänge, die Trommel ein letztes Mal. Die Spieler klopfen mit den Schlägern aufs Eis und bedanken sich bei allen, die den Weg nach Dorfen auf sich genommen haben. Danke euch! Ihr habt diesen Abend zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Natürlich ärgern uns die vergebenen Chancen aus dem ersten und dem dritten Drittel. Natürlich wäre an diesem Abend mehr drin gewesen. Aber wir fahren mit einer Gewissheit nach Hause: Wir können in dieser Liga mehr als nur mithalten.

Drei Monate, die sich wie eine Ewigkeit anfühlen
Wer verstehen will, warum eine knappe Niederlage so gefeiert wird, muss wissen, wie jung dieser Verein ist. Am 22. Juli haben wir die Eisbach Warriors gegründet, seit dem 17. August sind wir im Vereinsregister eingetragen. Gerade einmal drei Monate liegen zwischen der Idee und diesem Freitagabend in Dorfen. Drei Monate, in denen wir Eiszeiten gesucht, Spielerpässe beantragt, Trikots organisiert und unzählige Stunden neben Hörsaal, Werkstatt und Büro investiert haben.

Und genau dafür sind wir angetreten: Eishockey auf gutem Niveau, neben Studium und Ausbildung. Für alle, die diesen Sport lieben und ihn nicht aufgeben wollen, nur weil das Leben gerade andere Prioritäten setzt. In Dorfen stand zum ersten Mal eine Mannschaft auf dem Eis, die genau das lebt. Mit Tempo, mit Herz und mit einer Tribüne im Rücken, die zeigt, dass hier etwas entsteht.

Das erste Kapitel ist geschrieben. Es werden noch viele folgen.

ESV Gebensbach – Eisbach Warriors München 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)

Unsere Tore: 0:1 Gerlach (Eichmeier, Stock) 00:55 · 1:2 Resch (Jovovic) 29:53, PP
Tore Gebensbach: Olejnik (23:17, PP), Angermeier (33:08), Samanski (53:24)
Tor Warriors: Johanna Porombovics (60:00 Min.)
Strafminuten: Gebensbach 31 – Warriors 11
Zuschauer: 134