ESC Dorfen 1B
17.10.2026, 16:30:00 Uhr — Auswärtsspiel
Spielort
Dr.Rudolf Stadion
Am Volksfestplatz 2, 84428 Dorfen
Ergebnis
3:8
Lehrgeld in Dorfen, Feuer im Schlussdrittel
Keine 24 Stunden nach unserem Debüt stehen wir schon wieder in der Eishalle Dorfen auf dem Eis. Der ESC Dorfen 1b hat sich gut vorbereitet, verstärkt sich mit mehreren Spielern aus der ersten Mannschaft und gewinnt am Ende deutlich mit 8:3. Trotzdem nehmen wir etwas mit, das wichtiger ist als das Ergebnis: das spielerisch beste Drittel unserer noch jungen Vereinsgeschichte.
Samstag, 17. Oktober 2026, 16:31 Uhr. Gleiche Halle, gleiches grelles Licht, aber ein ganz anderer Gegner. Auf der Tribüne sind es diesmal weniger Warriors-Fans als am Vorabend, doch das hört man nicht. Wer gekommen ist, singt, klatscht und feuert an, als gäbe es kein Gestern. Die Stimmung ist wieder top, und das von der ersten Minute an.
Wieder ein früher Führungstreffer
Und wieder dauert es nicht lange. Nach 2:12 Minuten trifft Gabriel Dobis zum 1:0 für uns. Zweites Spiel, zweite frühe Führung. Ganz langsam könnte man sich daran gewöhnen.
Doch schnell wird klar, dass dieser Abend ein anderer wird als gegen Gebensbach. Dorfen hat offenbar genau hingeschaut, was am Freitag passiert ist. Auf dem Spielberichtsbogen steht zwar „1b“, auf dem Eis stehen aber mehrere Spieler aus der ersten Mannschaft. Und die zeigen von Beginn an, was sie vorhaben: Die Gastgeber gehen hart in die Zweikämpfe, spielen mit Routine und sind fest entschlossen, den Münchner Jungspunden zu zeigen, wo es in dieser Liga langgeht.
Fünf Minuten, die das Spiel kippen
In der 11. Minute dann die Szene, über die wir nach dem Spiel noch lange diskutieren. Lukas Weigelt bekommt fünf Minuten wegen Beinstellens. Fünf Minuten. Wer die Szene gesehen hat, kann darüber nur den Kopf schütteln. Höchst zweifelhaft ist noch freundlich formuliert.
Zu diesem Zeitpunkt steht es nach dem Ausgleich von Lukas Schwimmer 1:1, und Dorfen nutzt die lange Überzahl eiskalt aus. Florian Brenninger trifft in der 13. Minute zum 2:1, und 23 Sekunden vor der ersten Pause legt Eduard Seisenberger das 3:1 nach. Die Partie hat sich innerhalb weniger Minuten gedreht.
Ein Mitteldrittel zum Vergessen
Das zweite Drittel gehört den Gastgebern. Felix Wiedenhofer trifft gleich zweimal (22:02 und 27:04), Dorfen erhöht auf 5:1. Nach 28:45 Minuten macht Constantin Wessiak Platz für Johanna Porombovics, die damit schon ihren zweiten Einsatz an diesem Wochenende bekommt. Viel Zeit zum Ankommen hat sie nicht: Bei einer Strafenflut auf beiden Seiten verlieren wir kurz den Faden, und innerhalb von zehn Sekunden schlägt es durch Moritz Reinhold (32:20) und erneut Brenninger (32:30) doppelt ein. 7:1.
Aufgeben? Kommt nicht in Frage. Im Powerplay kombinieren sich Luis Gerlach und Jan Soucek nach vorne, Moritz Eichmeier vollendet zum 7:2 (35:06). Ein kleiner Lichtblick, und wie sich zeigen sollte, ein Vorbote.
Herzblut und Feuer
Was im letzten Drittel passiert, ist der eigentliche Grund, warum wir diesen Bericht mit erhobenem Kopf schreiben. Die Warriors kommen aus der Kabine, als stünde es 0:0. Mit Herzblut, mit Feuer, mit Tempo. Die Pässe kommen an, die Laufwege stimmen, die Angriffe haben Struktur. Rein spielerisch ist es das beste Drittel, das wir in dieser Saison gespielt haben.
In der 43. Minute belohnen wir uns: Wieder ist Jan Soucek der Vorbereiter, David Groh trifft zum 7:3. Dorfen kommt nur noch einmal zum Erfolg, als Brenninger in der 47. Minute einen Penaltyschuss zu seinem dritten Treffer verwandelt. Ansonsten gehört das Drittel uns, und es endet 1:1. Das wissen auch die Fans zu schätzen: Mit jeder gelungenen Kombination werden die Gesänge lauter, und als die Schlusssirene ertönt, gibt es Applaus, der sich nicht nach einer 3:8-Niederlage anhört.
Eine Basis, auf der man aufbauen kann
Natürlich tut das Ergebnis weh. Natürlich hätten wir uns gewünscht, dass dieser Abend anders verläuft. Aber zwei Spiele in zwei Tagen, gegen zwei sehr unterschiedliche Gegner, für eine Mannschaft, die es vor drei Monaten noch nicht gab: Das ist eine Lernkurve im Zeitraffer. Und das letzte Drittel hat gezeigt, wohin die Reise gehen kann.
Das sieht auch Warriors-Gründer Jan Soucek so: „Wenn wir jetzt mehr trainieren und Spielzüge einüben können, dann sind wir in dieser Liga mehr als ernst zu nehmen. Die Disziplin und die Laufwege waren viel besser als gegen Gebensbach.“
Das zweite Kapitel ist geschrieben. Es war kein leichtes. Aber die nächsten werden besser.
ESC Dorfen 1b – Eisbach Warriors München 8:3 (3:1, 4:1, 1:1)
Unsere Tore: 0:1 Dobis 02:12 · 7:2 Eichmeier (Gerlach, Soucek) 35:06, PP · 7:3 Groh (Soucek) 42:42
Tore Dorfen: Schwimmer (09:30), Brenninger (12:58, 32:30, 46:18 PS), Seisenberger (19:37), Wiedenhofer (22:02, 27:04), Reinhold (32:20)
Tor Warriors: Constantin Wessiak (bis 28:45), Johanna Porombovics (ab 28:45)
Strafminuten: Dorfen 10 – Warriors 15
Zuschauer: 63